Sommer 1970 Der 4. Bauabschnitt ist beendet – weitere Vergrößerungen auf dem Gelände Schwangasse sind nicht mehr möglich.
Oktober 1970 Die Marburger Lebenshilfe richtet ein Sportfest für die Hessischen Werkstätten aus, an dem 80 behinderte Menschen und viele Zuschauer aus ganz Hessen teilnehmen.
Herbst 1971 Die Mitglieder wählen für die Jahre 1971-1974 ihren neuen Vorstand: Frau Schmidt-Thimme, Prof. Kasztantowicz, Frau Lautemann, Herr Dr. Schultheiss, Herr Lier. Der Name „Lebenshilfe für das geistig behinderte Kind“ wird einstimmig in „Lebenshilfe für geistig Behinderte“ geändert.
Herbst 1971 In Räumen des Wohnheimes wird ein „Freizeitladen“ eingerichtet. Jeder Besucher kann sich einmal in der Woche ein Buch, einen Bildband, eine Zeitschrift, Spiele und Schallplatten ausleihen. Bei der Einrichtung des Freizeitladens wirken Schüler der Marburger Oberschulen mit.
Herbst 1971 Die 5. Klasse der Schule für Praktisch Bildbare wird im „Haus der Lebenshilfe“ provisorisch eingerichtet.
1971 In der Alten Schule in Dautphetal - Silberg gründet sich eine sogenannte Anlerngruppe. In den vorhandenen Räumen werden Montagearbeiten als Auftrags-arbeiten der heimischen Wirtschaft gefertigt. Die erforderliche Mobilität bekommt die Gruppe durch Anschaffung des ersten Busses.
Juni 1972 Bundesjustizminister Gerhard Jahn besucht die Einrichtungen der Marburger Lebenshilfe und bespricht mit Vorstandsmitgliedern die anstehenden Probleme.
14. – 22. Juli 1972 Freizeit bzw. Lehrgang für Eltern mit ihren schwerstbehinderten Kindern in den Räumen des Bathildisheimes in Arolsen mit multiprofessioneller Förderung der Kinder und Beratung und Anleitung der Mütter.
September 1972 Für die Anfänger in der Marburger Werkstatt wird eine kleine Anlerngruppe eingerichtet, in der auch Übungsarbeiten als Vorbereitung für die Arbeit in der Werkstatt gemacht werden.
Die Gruppe bestand bis 1975.
1973 Mehrere Neuaufnahmen machen die Einrichtung einer 3. Gruppe im Sonderkindergarten erforderlich.
18. Januar 1973 Als Anerkennung Ihrer Verdienste um die Lebenshilfe erhält Frau Schmidt -Thimme das Bundesverdienstkreuz am Bande. Die Auszeichnung überreicht Oberbürgermeister Dr. Drechsler.
Anfang 1973 Die Ortsvereinigung Marburg der Lebenshilfe umfasst 246 Mitglieder, davon sind 128 Personen Eltern behinderter Kinder.
1973 Wieder einmal ist die Marburger Lebenshilfe auf der Suche nach einem geeigneten Grundstück für den Erweiterungs- und Neubau der Werkstatt, die in der Schwangasse aus den Nähten platzt.
1974 Die Mitgliederversammlung wählt den neuen Vorstand für die Jahre 1974-1977: Frau Schmidt-Thimme, Frau Geis, Herr Prof. Kasztantowicz, Herr Lier, Herr Fett.
1974 Die schwerstbehinderten Kinder werden im Kindergarten in einer Kleingruppe zusammen-gefasst und dort besonders betreut und gefördert.
1975 Endlich kann ein Grundstück für den Neubau der Werkstatt gekauft werden: Marburg-Wehrda, Industriestraße 14 – 500 m².
1975 Die Anlernwerkstatt in Dautphetal-Silberg entwickelt sich zu den Hinterländer Werkstätten und erhält 1977 ihre Anerkennung nach dem Schwerbehindertengesetz.
1976 Das ehemalige Gertrudisheim in der Großseelheimer Straße wird zur „Schule für Praktisch Bildbare“. Hier ist nun ausreichend Platz für alle schulpflichtigen geistig und mehrfach behinderten Kinder.
18. März 1976 Grundsteinlegung für die neue Werkstatt in Wehrda.
13. Aug. 1976 Richtfest des Werkstattneubaus Marburg-Wehrda.
Sommer 1976 22 Kinder des Kindergartens der Lebenshilfe sowie die Kinder des Spastiker-Kindergartens werden im Neubau „Kinderzentrum Weißer Stein“ integriert. Träger der neuen Einrichtung, in der nun körperlich, geistig und mehrfachbehinderte Kinder gefördert werden, ist der Spastiker-Verein Marburg, die Lebenshilfe Marburg, sowie der Landkreis Marburg.
8. Feb. 1977 Im Zuge der Gebietsreform schließen sich die Orts- vereinigung Marburg und die Kreisvereinigung Biedenkopf zusammen zur „Lebenshilfe für geistig Behinderte, e.V, Kreisvereinigung Marburg-Biedenkopf“.
22. Juni 1977 Einweihung des Neubaus in Wehrda mit dem Namen „Lahnwerkstätten Marburg“ mit insgesamt 120 Arbeitsplätzen.
1977 Erweiterung des Wohnhauses in der Schwangasse von 14 auf 18 Wohnplätze und 2 Kurzzeitplätze.
1977 Die „alte“ Werkstatt in der Schwangasse 19 wird zu einem Bildungs- und Freizeitzentrum umgebaut. Im Zuge der baulichen Veränderungen ergibt sich eine Vergrößerung und Verbesserung im Wohnhaus: Die 3er-Zimmer werden in ihrer Anzahl reduziert und zwei neue Zimmer mit Sanitärraum geschaffen. Jetzt gibt es nur noch 1-Bett- und 2-Bettzimmer. Das Wohnhaus umfasst jetzt 18 Plätze und 2 Plätze für Notaufnahmen.
1977 Der gewählte Vorstand für die Jahre 1977-1980 setzt sich wie folgt zusammen: Frau Schmidt-Thimme, Herr Neusinger, Herr Schuppner (zeitweise), Herr Lier, Herr Schiller.
1978 Das Bildungs- und Freizeitzentrum in den Räumen der alten Werkstatt wird eingeweiht. Es bietet Platz für allgemeine Schulungs- und Bildungsveranstaltungen, für Lehrgänge, für Spiel und Unterhaltung der Behinderten und ihrer Freunde, nachmittags und am Wochenende.
7. Mai 1979 Bau der Hinterländer Werkstätten in Dautphetal-Dautphe. Es entstehen 90 Arbeitsplätze für Menschen mit Behinderung.
11. Sept. 1978 Die Zweigwerkstatt für psychisch kranke Menschen wird als `Reha Werkstätten´ in Kooperation mit der `Bürgerinitiative für Sozial-psychatrie´ in die Barfüßerstrasse 2a, Marburg eröffnet. 30 Arbeitsplätze stehen dort zur Verfügung.
1979 Die Marburger Praktisch-Bildbaren-Schule wird als 1. Sonderschule im Regierungsbezirk Kassel als Ganztagsschule anerkannt. Die Bemühungen der Schule, der Eltern sowie der Lebenshilfe um eine optimale Förderung der Kinder im Schulalter verzeichnen damit einen wesentlichen Erfolg.